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Modernisierungstheorien

In Anlehnung an soziologische Klassiker und Modernisierungstheorien der 1950er und 1960er Jahre wird in dieser Arbeit „unter [der] Modernisierung von Gesellschaften insbesondere die Prozesse der funktionalen Differenzierung und der Technisierung verstanden“[1].

Da durch die spezialisierte Ausgestaltung von Gesellschaften in Modernisierungstheorien auch immer Effizienz- und Wohlstandsgewinne verzeichnet werden, kann das BIP pro Kopf als grober Modernisierungsgrad verstanden und verwendet werden. Modernisierungstheorien gehen davon aus, dass soziale Ungleichheit im Zuge fortschreitender Modernisierung abnimmt.

„Im Allgemeinen ist die Einkommensverteilung in den späteren Phasen der modernen Gesellschaften sehr viel eher gleich als in den früheren Phasen oder in den ‚unterentwickelten’ Gesellschaften der Gegenwart. […] Zwar ist auf lange Sicht die Stabilität des gegenwärtigen Musters nicht sichergestellt, doch geht der Trend in Richtung noch größerer Gleichheit“[2]

Im Folgenden wird soziale Ungleichheit mit Unterschieden in der Einkommensverteilung gleichgesetzt und untersucht, welchen Einfluss speziell die Modernisierung diesbezüglich hat. Simon Kuznet geht in seiner Theorie davon aus, dass in vormodernen Gesellschaften kaum Einkommensungleichheit besteht, da relativ wenige effiziente Arbeitsplätze besetzt werden können. In Übergangsgesellschaften, so Kuznet weiter, sei die Ungleichheit deswegen extrem stark, weil sich die Arbeitsplätze in den hoch produktiven, modernen und besser bezahlten Industriesektor sowie in den wenig produktiven Niedriglohnsektor aufteilen. Am Ende dieses Übergangs stehen die modernen Industriegesellschaften, in denen immer mehr Erwerbstätige im produktiven Hochlohnsektor beschäftigt sind und so eine Angleichung der Einkommensverteilung gegenüber Übergangsgesellschaften bedingen.[3]

In Folge von Modernisierung und damit einhergehender Wohlstandsmehrung werden wohlfahrtsstaatliche Einrichtungen und sozialpolitische Maßnahmen ausgebaut, was dem Grundprinzip entspricht, dass Modernisierung zu wachsender Gleichheit führt.

 



[1] Hradil, S.462.

[2] Parsons, Talcott 1972: Das System moderner Gesellschaften. Weinheim: Juventa. S.143.

[3] Kuznet, Simon 1955: Economic Growth and Income Inequality. American Economic Review. Vol. 62. S.18.


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